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Praktikumsbericht schreiben: Was muss rein?

Anastasia Johlen am 26.03.2019
ca. 1259 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 34 Sekunden
Praktikumsbericht schreiben: Was muss rein?
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Inhalt:
  1. Pflichtpraktikum: Bestandteil des Bildungsweges
  2. Sinn und Zweck: Wofür einen Praktikumsbericht?
    1. Praktikumsbericht als Leistung in Schule und Uni
      1. Praktikumsbericht für die Schule
      2. Praktikumsbericht im Studium 
    2. Formalia im Praktikumsbericht: Schrift, Struktur und Aufbau
    3. Inhalt: Welche Fragen beinhaltet ein Praktikumsbericht?
    4. Aufbau: Den Praktikumsbericht gliedern

Für viele junge Menschen führt der Weg an einem Praktikum nicht vorbei, denn in der Schul- und Unizeit oder vor und während einer Ausbildung gibt es oft verpflichtende Praktika, die mit einem Praktikumsbericht abgeschlossen werden müssen. Sicherlich zählt der Praktikumsbericht zu den eher weniger beliebten Aufgaben im Rahmen eines Praktikums. Aber was muss überhaupt alles rein? Was muss ein Praktikumsbericht alles beinhalten? Welche Formalia gilt es zu beachten und welche Tipps sind für das Verfassen hilfreich?

Pflichtpraktikum: Bestandteil des Bildungsweges

Mit einem Praktikum soll der Praktikant erste berufliche Erfahrungen sammeln und das jeweilige Berufsfeld und die Branche kennenlernen. Wenn Sie ein Praktikum im Rahmen einer Ausbildung, sei es beruflich oder schulisch, absolvieren, ist es in der Regel Pflicht, die gesammelten Erfahrungen und Tätigkeiten in einem Bericht zusammenzufassen.
Es handelt sich also bei einem Pflichtpraktikum, um eine verpflichtende Tätigkeit, welche absolviert werden muss. Mit erfolgreich absolviertem Praktikum erhalten Sie dann entweder Zugang zu bestimmten Studiengängen oder Ausbildungsberufen. Aber auch während der Schule, zum Beispiel in der Oberstufe, gehört das Pflichtpraktikum zu einer Leistung, die benotet wird.
Ein Pflichtpraktikum kann vor Beginn eines neuen Bildungsweges als Pflichttätigkeit verlangt werden oder während der schulischen oder betrieblichen Ausbildung stattfinden.

Sinn und Zweck: Wofür einen Praktikumsbericht?

Der Praktikumsbericht wird von vielen Praktikanten eher als nervige Pflicht angesehen, doch Sie können daraus auch einen Nutzen ziehen. Durch den Bericht können Sie als ehemaliger Praktikant die Zeit im Betrieb oder Unternehmen reflektieren. Sie können Ihre gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse bewusst abrufen und für sich einschätzen, was das Praktikum Ihnen gebracht hat.
Sie gehen das gesamte Praktikum im Geiste durch und schreiben die positiven oder auch negativen Erfahrungen auf, wodurch sich eine Tendenz erkennen lässt. Dadurch können Sie schlussendlich festlegen, ob Ihnen die beruflichen Tätigkeiten zu sagen oder welche Aspekte zu einem negativen Bild beigetragen haben.

Praktikumsbericht als Leistung in Schule und Uni

Der Praktikumsbericht ist nicht nur für Sie als Praktikant hilfreich und wichtig, sondern auch für Ihren Lehrer, Professor, Dozenten oder andere zuständige Personen. Diese Person erhält durch den Praktikumsbericht einen Einblick in Ihre Tätigkeiten, Aufgaben und Erkenntnisse. 
In der Regel wird der Bericht benotet, wobei nicht das Praktikum und Ihre Aufgaben benotet werden, sondern die Darstellung Ihrer Praktikumszeit und Einhaltung bestimmter Vorgaben und Formalia.

Praktikumsbericht für die Schule

In einem Praktikumsbericht für die Schule steht die Berufsorientierung und die Erfahrung im Vordergrund. Der Bericht soll dem Leser einen Überblick über die Aufgaben, Tätigkeiten und Erfahrungen geben. Ebenfalls können Sie als Schüler den Aspekt des Berufswunsches mit einbringen. 
Orientieren Sie sich an den Richtlinien und Vorgaben Ihrer Schule: Einige Schulen wünschen einen Praktikumsbericht in einer Tabelle, andere lassen ihren Schülern kreativen Freiraum und benoten auch Videotagebücher, Blogeinträge oder ganze Hefte. 

Praktikumsbericht im Studium 

Je nach Fachrichtung und Studiengang kann ein Praktikumsbericht erster Berührungspunkt mit wissenschaftlichen Arbeiten darstellen. Doch das ist in jedem Studiengang anders, so kann ein Praktikumsbericht bereits am Anfang des Studiums stattfinden oder erst in einem höheren Semester. 

Ziel ist es, dass die Studenten im Praktikumsbericht die verschiedenen Konventionen der wissenschaftlichen Arbeit anwenden. Zitieren und Bibliographieren, Diagramme und Tabellen erstellen, und die formellen Vorgaben wissenschaftlicher Standards einhalten

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Mentor oder Betreuer über die jeweiligen Vorgaben und Richtlinien. Manchmal ist es auch hilfreich einen Blick in die Studienordnung zu werfen, so können Sie einschätzen in welchem Umfang und Textstil Sie den Bericht verfassen müssen. Am Ende erhalten Sie oft eine Note für den Bericht, welche in Ihre gesamte Studienleistung einfließt. 

Formalia im Praktikumsbericht: Schrift, Struktur und Aufbau

Ebenso sollten Sie mit Ihrem Praktikumsmentor die Vorgabe für Form und Schriftbild absprechen. Gegebenenfalls müssen Sie die Richtlinien in Ihrer Studienordnung nachlesen oder spezielle Vorgaben von Ausbildung oder Studium einhalten. So unterscheiden sich die Praktikumsberichte im Umfang und Detail. 

Grundlegend gibt es Formalia, die Sie bei einer schriftlichen Zusammenfassung und Darstellung beachten sollten, damit der Leser des Berichts Ihnen gut folgen kann und einen guten Zugang zum Inhalt erhält. 

Die richtige Zeitform beachten

  • Generell gilt, dass Sie vergangenes im Präteritum schreiben. So auch bei dem Praktikumsbericht für die Schule.
  • Anders sieht das aus, wenn Sie den Praktikumsbericht im universitären Bereich schreiben und dieser eher als wissenschaftliche Arbeit oder Ausarbeitung zu verstehen ist.
  • Ist das der Fall wird der Praktikumsbericht im Präsens verfasst. 

Die richtige Schriftart

  • Besonders im universitären Bereich gibt es generell explizite Vorgaben zu Schriftart und Schriftgröße von schriftlichen Berichten und Ausarbeitungen.
  • Allgemein eignet sich für einen gut lesbaren Text die Schriftgrüße 11 oder 12. 
  • Bitte erkundigen Sie sich über gängige universitäre Vorgaben und Konventionen zum Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten oder Texten.

Zwischenüberschriften verwenden

  • Es ist ein gängiges Phänomen, welches uns täglich in etlichen Texten, z.B. im Zeitungsartikel, begegnet: Das Verwenden von Zwischenüberschriften. 
  • Es erleichtert den Lesefluss und gibt dem Leser nützliche Hilfestellung zur Orientierung. Der Praktikumsbericht erhält durch die Zwischenüberschriften eine gewisse Struktur.
  • Thematische oder inhaltlicheGliederungen sind wichtiger Bestandteil von Texten jeglicher Art. 

Inhalt: Welche Fragen beinhaltet ein Praktikumsbericht?

Sicherlich gibt es je nach Institution unterschiedliche Vorgaben und Richtlinien, welche sich auch von Ausbildung zu Studiengang unterscheiden können. In der Regel konzentriert sich der Praktikumsbericht auf den Tagesablauf und die Aufgaben während des Praktikums. 

Profi-Tipp: Es ist hilfreich, wenn Sie sich bereits während des Praktikums Notizen zu Ihrem Arbeitsablauf, den Aufgaben und Erfahrungen machen. Dadurch können Sie das Praktikum viel genauer wiedergeben und Details oder individuelle Abläufe im Praktikumsbericht aufgreifen.

 

  • Wie sah ein typischer Arbeitstag aus?
  • Wann hat der Arbeitsalltag begonnen?
  • Welche Aufgaben gab es zu Beginn? 
  • Welche Aufgaben haben Ihnen besonders Spaß gemacht?
  • Konnten Sie Ihre Tätigkeiten erweitern/ neue Aufgaben ausüben?
  • Welche Aufgaben/ Tätigkeiten sind Ihnen schwer gefallen?
  • Was haben Sie gelernt?
  • Konnten Sie theoretisches Wissen in der Praxis anwenden?
  • Welche Arbeitsbedingungen hatten Sie?
  • Welche Bereiche/ Themen fanden Sie besonders spannend?
  • Haben Sie sich gut betreut gefühlt?
  • Hat Ihnen das Praktikum weiter geholfen bei der beruflichen Orientierung?

Sicherlich können Sie noch weitere Fragen im Verlauf des Praktikumsberichts beantworten, dies soll nur grundsätzliche Themen und wichtige Fragen aufgreifen. Sie können auch einige Fragen weiter ausführen und ihre Schwächen und Stärken begründen.

Bedenken Sie hierbei, dass Sie auch die Vorgaben der Institute beachten, so muss ein universitärer Praktikumsbericht sicherlich andere Kriterien erfüllen als ein Bericht eines Schülerpraktikums. 

Aufbau: Den Praktikumsbericht gliedern

Sicherlich wissen Sie, dass Texte einem bestimmten Schema entsprechen und eine Gliederung haben müssen. Ihren Praktikumsbericht sollten Sie auch einteilen, so wird kein Aspekt vergessen.

1. Einleitung: Warum haben Sie sich für dieses Praktikum entschieden? Beschreiben Sie, warum Sie das Praktikum in diesem Betrieb oder Unternehmen absolviert haben und welcher Berufswunsch eventuell dahinter steckt.

2. Vorstellung des Unternehmens: Beschreiben Sie den Praktikumsbetrieb aus objektiver Sicht und stellen Sie die Fakten auf. In welcher Branche ist das Unternehmen tätig? Wie ist das Unternehmen aufgebaut? Wie viele Mitarbeiter? Interessant sind auch einige Zahlen und Fakten, etwa bezüglich der Gründergeschichte und des betrieblichen Aufbaus und der Strukturen. 

3. Tätigkeiten & Aufgaben des Praktikanten: Berichte Sie hier konkret über Ihre Aufgaben, Tätigkeiten und den Tagesablauf. Was haben Sie in der Firma geleistet? Was für Anforderungen wurden gestellt? Am besten berichten Sie von einem typischen Arbeitstag während des Praktikums.

4. Schluss: Am Ende des Berichts sollten Sie eine subjektive Bewertung des Praktikums aufstellen. Wie hat Ihnen das Praktikum gefallen? Wie fanden Sie die Aufgaben? Im Fazit können Sie auch berichten, ob Sie sich in dem Betrieb eine Ausbildung oder spätere Anstellung vorstellen können.

Ein Praktikumsbericht ist quasi eine schriftliche Zusammenfassung von Ihrem Praktikum. Je nachdem, welche Vorgaben Sie bekommen und was für Richtlinien Sie einhalten müssen, sollten Sie nicht zu spät mit dem Verfassen des Berichts anfangen. Machen Sie sich bereits während des Praktikums Notizen zum Beispiel auf Ihrem Smartphone oder klassisch mit Stift und Zettel.