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Praktikum-Knigge: 7 No-Gos im Praktikum

Anastasia Johlen am 06.12.2018
ca. 1267 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 36 Sekunden
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Inhalt:
  1. No-Go Nr. 1: Kleiderordnung: Falsche Arbeitskleidung
  2. No-Go Nr. 2: Besserwisserei
  3. No-Go Nr. 3: Unscheinbar und Wortlos
  4. No-Go Nr. 4: Unpünktlichkeit & Unordnung
  5. No-Go Nr. 5: Ab in den Urlaub!
  6. No-Go Nr. 6: Im Internet surfen
  7. No-Go Nr. 7: Faulheit

Sie haben Ihren gewünschten Praktikumsplatz erhalten und möchten voller Elan und Motivation in Ihr Praktikum starten. Herzlichen Glückwunsch, Ihnen steht mit Sicherheit eine spannende und aufregende Zeit bevor! Neben der Vorfreude bedrücken Sie vielleicht auch Ängste: Wie sollten Sie sich im Praktikum verhalten? Gibt es No-Gos die ein Praktikant vermeiden sollte? Welche Fettnäpfchen gilt es zu umgehen? Vermeiden Sie diese sieben No-Gos, hinterlassen Sie sicherlich einen positiven Eindruck während des gesamten Praktikums.

No-Go Nr. 1: Kleiderordnung: Falsche Arbeitskleidung

Wenn Sie sich für ein Praktikum beworben haben, sollten Sie mindestens die grundlegenden Informationen über dieses Berufsfeld kennen. Machen Sie ein Praktikum im Bereich Bankwesen, ist es eher unpassend in zu sportlicher Kleidung oder gar in Handwerkerkleidung aufzutauchen. Während eines Praktikums in einer Bank sind eher Hosenanzug, Hemd, Kostüm oder andere schicke Mode angesagt. Genauso unpassend wären Absatzschuhe und feine Kleidung bei einem Praktikum im handwerklichen Berufsbereich.

Tipp: Informieren Sie sich bitte vorab über die nötige Arbeitskleidung, denn auch während eines Praktikums müssen in einigen Branchen bestimmte Schutzkleidung getragen und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Kreuzen Sie an Ihrem ersten Praktikumstag mit der falschen Kleidung auf, wird in der Regel noch einmal ein Auge zugedrückt. Wurden Sie jedoch bereits über die Kleidungsordnung aufgeklärt, spricht es eher weniger für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse an dem Praktikum.

No-Go Nr. 2: Besserwisserei

Während eines Praktikums steht das Berufsfeld und seine unterschiedlichen Arbeitsbereiche im Vordergrund. Gerade wenn Sie bereits ein oder mehrere Praktika in der selben Branche absolviert haben, kann es zu Doppelungen oder Ähnlichkeiten bei einigen Verfahren und Vorgehensweisen kommen. Auch wenn Sie bereits Wissen mit sich bringen, versuchen Sie nicht besserwisserisch und vorlaut zu wirken.

Lassen Sie sich Aufgaben und Abläufe erklären, denn aus diesem Grund sind Sie als Praktikant in dem Betrieb: Sie möchten etwas lernen. Das bedeutet nicht, dass Sie keine eigenen Meinung haben dürfen. Bedenken Sie aber vor jeder Aussage, dass der Ton die Musik macht und Sie offen gegenüber Neuem und weiteren Erfahrungen seien sollten. Stellen Sie nicht alles in Frage, auch wenn Sie vielleicht das ein oder andere bereits in anderen Betrieben oder Situationen in anderen Vorgehensweisen kennengelernt haben.

Tipp: Überlegen Sie sich also vor einer Bewerbung, ob sich die Berufsbranche eignet oder Sie bereits einiges in diesem Bereich auf dem Kasten haben. Vielleicht wäre doch etwas mehr Abwechslung richtig für Sie? Fallen Sie Ihrem Betreuer während des Praktikums ständig ins Wort, erweckt das eher einen negativen Eindruck. Ebenso sollten Sie nicht versuchen mit Ihrem theoretischen Wissen aus Büchern oder Lehrveranstaltungen interne Betriebsabläufe neu zu erfinden, immerhin sind Sie der Praktikant und das Gegenüber der Experte.

Fühlen Sie sich dennoch unterfordert, sprechen Sie dies nach einiger Zeit in einem angemessenen Ton an, sicherlich werden Sie dann neue und anspruchsvollere Aufgaben erhalten.

No-Go Nr. 3: Unscheinbar und Wortlos

Klingt jetzt vielleicht paradox, ist es aber oft Realität: Denn genau so wenig, wie vorlaute Praktikanten, kommen stille Mäuschen positiv an. Wenn Sie sich nicht integrieren und nur still in der Ecke sitzen, können Sie nichts lernen und keine wertvolle Erfahrung sammeln. Auch wenn Sie ein eher zurückhaltende Persönlichkeit sind, versuchen Sie aus sich rauszukommen und Interesse zu zeigen. Scheuen Sie sich nicht davor Fragen zu stellen oder um genauere Informationen zu bitten.

Tipp: Einige Menschen reden viel, andere eben wenig. Gehören Sie zur letzteren Sorte, sollte Sie dennoch versuchen sich in Gespräche einzubringen. Wenigstens mit etwas Smalltalk sollten Sie sich über Wasser halten. Sie den Mitarbeitern des Betriebs weder Ihr Herz ausschütten noch Ihre Lebensgeschichte erzählen: Gehen Sie auf die Mitarbeiter zu und zeigen Sie Interesse, auch wenig Worte können aussagekräftig sein. Nach einigen Tagen in dem Praktikumsbetrieb wird die Atmosphäre bestimmt lockerer, dadurch verlieren Sie vielleicht Ihre Scheu.

No-Go Nr. 4: Unpünktlichkeit & Unordnung

Dieses No-Go sollte eigentlich selbstverständlich sein. Besonders an Ihrem ersten Praktikumstag sollten Sie mit Pünktlichkeit glänzen und das für die restliche Praktikumszeit einhalten. Denn nichts wirkt unhöflicher als Unpünktlichkeit. Praktikanten sollten nicht als letztes den Praktikumsbetrieb am Morgen betreten, das kann respektlos und überheblich wirken, aber auch für totales Desinteresse sprechen. Es ist Fakt, dass Sie als Praktikant arbeiten und sich an die vorgegebenen Arbeitszeiten halten müssen. Das Berufsleben bedeutet sich an Regeln zu halten und Kompromisse einzugehen. Ebenfalls sollten Sie Ihren Arbeitsplatz ordentlich halten, sei es Schreibtisch, Werkbank oder Arbeitsfahrzeug.

Tipp: Wenn Ihnen der Arbeitsbeginn entfallen ist, ist es sicher keine Schande, wenn Sie sich vor Praktikumstart nochmals darüber informieren. Rufen Sie doch im Praktikumsbetrieb an oder schreiben Sie eine E-Mail. So können Sie auf Nummer sicher gehen, dass Sie die richtige Uhrzeit im Kopf haben. Ebenfalls sollten Sie ausreichen Zeit für Ihren Arbeitsweg einplanen, besonders zu den Stoßzeiten kann die Anfahrt auch länger werden. Wenn Sie in einem Betrieb mit Gleitzeit arbeiten, dann halten Sie sich am besten an andere Mitarbeiter.

No-Go Nr. 5: Ab in den Urlaub!

Natürlich haben Sie bei einigen Praktika einen Urlaubsanspruch, der Ihnen auch zu steht. Trotzdem sollten Sie vermeiden, direkt zu Beginn „Ab in den Urlaub“ zu sagen. Manchmal ist es nicht zu vermeiden, dass sich bereits gebuchter Urlaub mit einem Praktikum überschneidet, ist das der Fall sollten Sie dies jedoch bereits im Bewerbungsgespräch erwähnen. Dennoch ist es nicht vorteilhaft, wenn Sie nach einigen Wochen im Praktikum in den ersten Urlaubs starten.

Tipp: Halten Sie sich den Praktikumszeitraum langfristig frei, oft ist das kein Problem, da Praktikumsstellen frühzeitig ausgeschrieben werden. Fällt dennoch Ihr Urlaub in die Praktikumszeit, sollten Sie zu Beginn mit offenen Karten spielen und den Praktikumsbetrieb darüber informieren. In der Regel zeigen Arbeitgeber Verständnis, wenn sie frühzeitig in Kenntnis gesetzt werden.

No-Go Nr. 6: Im Internet surfen

Mittlerweile gibt es unzählige Berufe, die am Schreibtisch und Computer stattfinden. Und auch das Internet ist fester Bestandteil einiger Branchen. Dennoch sollten Sie während Ihres Praktikums nicht für private Zwecke oder zum Zeitvertreib im Internet surfen. Oft ist das private Surfen im Internet während der Arbeitszeit sogar untersagt. Natürlich dürfen Sie das Internet für berufliche Zwecke und im vorgegebenen Rahmen nutzen. Dazu zählt manchmal sogar Social Media, wenn Sie etwa in diesem Berufsfeld ein Praktikum machen oder für den Internet Auftritt des Unternehmens verantwortlich sind.

Tipp: Auch wenn Sie mal ruhige oder langweilige Minuten haben, lassen Sie sich nicht dazu verleiten, das Internet zum Surfen zu benutzen. Erkundigen Sie sich lieber nach neuen Aufgaben oder kontrollieren Sie erledigte Aufgaben.

No-Go Nr. 7: Faulheit

Jeder hat mal einen schlechten Tag, das ist auch vollkommen in Ordnung. Doch generell sollten Sie keine Faulheit an den Tag legen, besonders nicht in den Berufsbranchen, in denen auch angepackt werden muss. Auch wenn Sie ein unbezahltes Praktikum absolvieren, sollten Sie nicht vor Faulheit strotzen und keinen Finger krümmen. Bedenken Sie, dass sich Ihr Verhalten in dem gesamten Praktikum spiegelt. Zeigen Sie wenig Motivation und Tatendrang, wird es vielleicht nie spannend, da Sie weniger anspruchsvolle Aufgaben erhalten.

Tipp: Sie wissen am besten welcher Typ Mensch Sie sind, was Ihre Stärken sind und welche Aufgaben machbar sind. Ist das körperliche Arbeiten und die handwerkliche Geschicklichkeit nichts für Sie, dann sollten Sie auch kein Praktikum in diesem Berufsfeld absolvieren. Denn anpacken ist in den genannten Branchen keine Seltenheit, eher Alltag. Wenn Sie sich für ein Praktikum bewerben, sollten Sie eine Zusage schätzen und die Chance richtig nutzen. Die Praktikumszeit absitzen und dem Ende entgegen jammern, ist keine Lösung.

Bei diesen No-Gos handelt es sich um sieben typische Verhaltensfehler, die im Praktikum vermieden werden sollten. Sie sollen nicht perfekt und fehlerlos sein, aber sich an einige grundlegende Verhaltensweisen orientieren.  Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie gegenüber den anderen Mitarbeitern und Ihrem Vorgesetzten einen respektvollen Umgang pflegen. Versuchen Sie sich von Ihrer besten Seite zu zeigen und nutzen Sie die Chance. Viel Erfolg und Spaß im Praktikum!