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Ein gutes Praktikum erkennen: 9 Kriterien

Anastasia Johlen am 28.11.2018
ca. 1162 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 13 Sekunden
Ein gutes Praktikum erkennen: 9 Kriterien
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Inhalt:
  1. Kriterium 1: Das Stellenausschreiben für ein Praktikum
  2. Kriterium 2: Einladung zum Vorstellungsgespräch
  3. Kriterium 3: Praktikumsvertrag
  4. Kriterium 4: Der erste Tag im Praktikum mit Einführung & Aufklärung
  5. Kriterium 5: Abwechslung, Herausforderung & Weiterbildung
  6. Kriterium 6: Feedback und Betreuung
  7. Kriterium 7: Vergütung während des Praktikums
  8. Kriterium 8: Sie sind keine volle Arbeitskraft
  9. Kriterium 9: Praktikumszeugnis am Ende Ihres Praktikums
    1. Inhalt eines Praktikumszeugnis:

Für viele junge Menschen ist der erste Schritt in Richtung Berufswelt ein Praktikum. Besonders nach der Schulzeit oder während des Studiums kann ein Praktikum wertvolle Einblicke in einen Beruf geben. Aber oft haben Sie bei der Wahl des Praktikums die Qual: Praktikumsstellen gibt es wie Sand am Meer. Wie erkennen Sie denn eine gute Praktikumsstelle bereits bei der Suche? Wie können Sie die schwarzen Schafe aussortieren und einen qualifizierten Praktikumsplatz finden? Und wie können Sie während der ersten Zeit im Praktikum die Qualität beurteilen und entsprechend einordnen? Hier erhalten Sie X Kriterien für ein gutes Praktikum.

Bitte bedenken Sie hierbei, dass nicht jedes Unternehmen alle Kriterien erfüllen kann, besonders kleinere und mittelständische Unternehmen können oft mit den Großen mithalten. Denn die Betreuung des Praktikanten und die Gestaltung der Praktikumszeit hängt auch von den finanziellen und personellen Mitteln jedes Unternehmen ab. Sicherlich ist ein gutes Praktikum auch von den individuellen und persönlichen Erwartungen und Anforderungen des Praktikanten/ der Praktikantin abhängig.

Kriterium 1: Das Stellenausschreiben für ein Praktikum

Aus dem Stellenausschreiben für ein Praktikum können Sie bereits wesentliche Informationen über die Qualität der Praktikumsstelle erfahren. Beinhaltet das Stellenausschreibung einen bevorzugten Zeitraum oder eine länge des Praktikums? Erhalten Sie eine entsprechende Vergütung für die Leistung, welche erwartet wird? Ist das Bewerbungsverfahren für das Praktikum anspruchsvoll? Werden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen oder erhalten Sie direkt eine Zusage ohne Nachfragen und ein erstes persönliches Gespräch?

Anhand dieser Fragen können Sie einen ersten Eindruck vom Unternehmen gewinnen, sicherlich ist es auch hilfreich, wenn Sie den Firmennamen googeln, wenn dieser unbekannt ist. Ein Einblick über den Internet-Auftritt kann Ihnen oft schon weiterhelfen, vielleicht finden Sie sogar Beurteilungen von ehemaligen Praktikanten.

Kriterium 2: Einladung zum Vorstellungsgespräch

Erhalten Sie aufgrund Ihrer Bewerbung eine Einladung zum Vorstellungsgespräch können Sie dort bereits wichtige Hinweise auf ein gutes oder schlechtes Praktikum erhalten. Versuchen Sie nicht nur von sich als Praktikant/-in zu überzeugen, sondern zeigen Sie auch Ihr Interesse an dem Unternehmen und an dem Praktikum. So erkundigen Sie sich über Arbeitszeit, Praktikumsvertrag, Vergütung und Urlaubsanspruch. Werden Sie zu keinem Vorstellungsgespräch eingeladen und erhalten die Praktikumsstelle dennoch, sollten Sie sich direkt zu Beginn Ihres Praktikums über die genannten Dinge informieren. Es muss nicht bedeuten, dass Sie an ein schlechtes Praktikum geraten sind, nur weil Sie keine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten haben. Dennoch sollten Sie einen Praktikumsvertrag erhalten, auf den Sie im Zweifelsfall bestehen müssen, denn nur so, sind Sie abgesichert.

Kriterium 3: Praktikumsvertrag

Der Praktikumsvertrag sichert Ihre Praktikumszeit im jeweiligen Unternehmen ab, so haben Sie und das Unternehmen die Zustimmung des Praktikums schwarz auf weiß. Wenn Sie etwa für ein halbes Jahr oder sogar ein Jahr ein Praktikum anstreben, ist es noch wichtiger, diesen Aspekte bereits im Vorfeld zu besprechen und festzuhalten. So können Sie abwägen, ob Ihnen das Praktikum mit den Bedingungen und erwünschten Leistungen zusagt. Ein gutes Praktikum sollte immer mit einem schriftlichen Praktikumsvertrag fixiert werden, zusätzlich sollte dieser Vertrag im wesentlichen folgende Punkte beinhalten:

 

  • die Dauer Ihres Praktikums
  • den Ansprechpartner bzw. Betreuer
  • Angaben über die Vergütung
  • die Urlaubs- und Krankheitsregelungen
  • Lernziel & Tätigkeiten

Kriterium 4: Der erste Tag im Praktikum mit Einführung & Aufklärung

An Ihrem ersten Arbeitstag im Praktikum sollten Sie über Ihre Rechte & Pflichte als Praktikant in dem Unternehmen aufgeklärt werden. Dazu gehören etwa Ihre Arbeits- und Ruhezeiten, die Verschwiegenheitspflicht und die Weisungsgebundenheit. Im besten Fall sollten diese Punkte bereits in Ihrem Praktikumsvertrag vorgekommen sein. Haben Sie noch keinen Praktikumsvertrag erhalten? Spätestens am ersten Tag müsste Ihnen der Praktikumsvertrag vorgelegt werden, sodass Sie die wichtigen Informationen und Rechte zur Kenntnis nehmen können.

Am ersten Tag im Praktikum ist alles neu und unbekannt, weshalb Ihnen in einem guten Praktikum ein persönlicher Ansprechpartner zur Seite steht. Räumlichkeiten und Personal wird Ihnen vorgestellt und Sie werden in die ersten Arbeitsschritte eingewiesen. Der Überblick über den Unternehmensaufbau sowie die Vorstellung deiner Kollegen gehört zum guten Umgang und sollte in keinem Praktikum fehlen. Ansonsten sollten bei Ihnen eventuell die Alarmglocken läuten.

Kriterium 5: Abwechslung, Herausforderung & Weiterbildung

Als Praktikant möchten Sie etwas lernen und nicht nur als Kaffe-Servicekraft abgestempelt werden. Es spricht nichts dagegen, dass Sie mal einen Kaffee kochen, aber das sollte nicht zu Ihren täglichen und einzigen Aufgaben zählen. In einem guten Praktikum lernen Sie im Verlauf verschiedene Aufgabenbereiche kennen, dabei haben Sie vielseitige und anspruchsvolle Tätigkeiten auszuüben. Ziel des Praktikums ist es, dass Sie Erfahrungen sammeln und Ihre Fähigkeiten erweitern, so kann es nicht sein, dass Sie während eines Praktikums für Wochen die selbe Aufgabe erledigen, welche Sie nach 10 Minuten beherrschten.

Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit sollten Sie auch eigenverantwortlich arbeiten können und dürfen. Das Praktikumsunternehmen sollte Ihre Stärken kennen und bewusst einsetzten, sodass auch ein gewisses Vertrauen zwischen Ihnen besteht. Sie sollten als Praktikant auch den Freiraum erhalten, von Ihrer Arbeit zu überzeugen und sich auszuprobieren.

Kriterium 6: Feedback und Betreuung

Sicherlich ist es in großen Unternehmen nicht immer machbar, jedoch sollten Sie während Ihres Praktikums regelmäßig Feedback erhalten. So können Sie Ihre Leistungen besser abschätzen und eventuell an diesen arbeiten. In der Regel erhalten Sie nach einer gewissen Zeit von Ihrem Betreuer eine Rückmeldung über Ihre geleistete Arbeit und Ihr Einfügen in das Unternehmen. Vielleicht geben Ihnen sogar Ihre Kollegen ein Feedback und unterstützen Sie während des Praktikums. Erhalten Sie kein Feedback sollten Sie jedoch um eins bitten, denn es ist wichtig für die weitere Praktikumszeit und kann Ihnen helfen sich besser einzuschätzen.

Kriterium 7: Vergütung während des Praktikums

In der Regel erhalten Sie eine Vergütung während des Praktikums, jedoch ist dies keine Pflicht und auch keine Vorraussetzung für die Unternehmen. Wenn Sie Glück haben erhalten Sie eine kleine Aufwandsentschädigung oder ein Geschenk am Ende des Praktikums. Bei einem Pflichtpraktikum, etwa von der Schule, der Ausbildung oder der Universität, haben Sie keinen Anspruch auf eine Vergütung.

Kriterium 8: Sie sind keine volle Arbeitskraft

Oft ist es nicht einfach zu erkennen, ob Sie Praktikanten gerechte Tätigkeiten ausführen oder ob Sie das Unternehmen als volle Arbeitskraft zur günstigen Vergütung einsetzt. Es darf keine Substituierung von Vollzeitstellen durch Praktikanten erfolgen, so muss gewährleistet werden, dass Ihr Praktikum seinen Zweck erfüllt und die berufliche Orientierung im Vordergrund steht.

Kriterium 9: Praktikumszeugnis am Ende Ihres Praktikums

Nähert sich das Ende Ihres Praktikums? Dann besteht ein Anspruch auf ein Praktikumszeugnis. In der Regel überreicht Ihnen das Unternehmen das Zeugnis ohne Nachfrage, jedoch dürfen Sie auch gerne darauf hinweisen. Das schriftliche Zeugnis sollte Angaben über das Praktikum beinhalten.

Inhalt eines Praktikumszeugnis:

  • Dauer des Praktikums
  • Inhalte und Ziele des Praktikums
  • Erworbene Fertigkeiten des Praktikanten
  • Arbeitsbereiche
  • Fachbezogene und persönliche Kompetenzen des Praktikanten

Bedenken Sie, dass diese Kriterien nicht ausschlaggebend sind, ob Sie sich in einem guten oder schlechten Praktikum befinden. Jedoch können Sie mit Hilfe dieser Kriterien eine Rahmenbedingung schaffen. Am wichtigsten ist, dass Sie sich während Ihres Praktikums wohl fühlen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie mit dem Praktikumsbetrieb sprechen und die Probleme konkretisieren. Haben Sie den richtigen Praktikumsplatz noch nicht gefunden? Dann klicken Sie sich doch hier auf praktikumsplatz.info durch das bundesweite Angebot an Praktikumsstellen! Viel Erfolg bei Ihrer Suche nach dem passenden Praktikum!