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Berufswahl: Tipps für die Berufsorientierung!

Anastasia Johlen am 12.04.2019
ca. 1236 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 29 Sekunden
Berufswahl: Tipps für die Berufsorientierung!
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Inhalt:
  1. Vorstellung und Realität: Hohe Erwartungen an Schüler
  2. Warum sind sich junge Menschen bei der Berufswahl unsicher?
  3. Raus aus der Schule, rein ins Berufsleben
  4. Tipp 1: Schwächen und Stärken erkennen
  5. Tipp 2: Leidenschaft und Talent nutzen
  6. Tipp 3: Möglichkeiten offen halten
  7. Tipp 3: Probieren geht über Studieren 
  8. Tipp 4: Berufsperspektive prüfen
  9. Tipp 5: Voraussetzungen und Bedingungen einhalten

Nach dem Schulabschluss steht der Ernst des Lebens vor der Tür: Sie müssen eine Berufswahl treffen. Unzählige Berufe machen die Entscheidung für junge Menschen nicht gerade einfach: Tierarzt, Anwalt, Handwerker, Arzt, Designer, Architekt oder Manager? Wirklich nicht einfach in dem Berufe-Dschungel, den richtigen Job zu finden. Wie heißt es so schön: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Welcher Berufszweig ist für Sie der richtige und wie können Sie sich für einen Beruf entscheiden? Warum fällt es vielen jungen Menschen so schwer, die richtige Wahl zu treffen? Wichtige Fakten und Tipps rund um die Berufswahl bekommen Sie hier:

Vorstellung und Realität: Hohe Erwartungen an Schüler

Viele Erwachsene erwarten von Schülern, dass diese bereits ein konkretes Bild von ihrer beruflichen Zukunft haben. Nach dem Schulabschluss ist diese Entscheidung ausschlaggebend für die weitere Ausbildung, sei es eine Lehre oder ein Studium. Doch nicht nur der Beruf spielt eine Rolle, sondern auch die persönliche Einstellung:

  • Sind Sie wirklich schon bereit für die Berufswelt? 
  • Könnte ein Jahr Praxiserfahrung in Form von Praktika oder Auslandserfahrungen hilfreich sein?
  • Was ist, wenn Sie sich falsch Entscheiden? 
  • Was denken Ihre Eltern?

Keine Panik! Falls Sie vor Ihrem Schulabschluss stehen und noch keine genaue Vorstellung haben, welcher Beruf Sie in Zukunft erfüllt, ist das oft vollkommen normal. Sie sind nicht alleine; vielen Schülern geht es genauso. Laut Studien weiß nur jeder zweite Schüler, welcher Weg nach der Schule eingeschlagen wird. Die Mehrheit benötigt etwas mehr Bedenkzeit und nimmt sich ein Jahr Zeit dafür, etwa in Form von Work & Travel, Au-Pair oder eines Jahrespraktikums. 

Warum sind sich junge Menschen bei der Berufswahl unsicher?

Die gesamte Schulzeit zielt auf die Vorbereitung für das Leben und den Beruf, doch trotzdem handelt es sich üblicherweise nur um Theorie. Viele junge Erwachsene haben kaum bis gar keine Vorstellung vom Berufsleben, geschweige denn, vom täglichen Arbeiten und Geld verdienen. Trotz Berufsmessen und Pflichtpraktika in der Schulzeit gibt es nur wenige Jugendliche, die genau wissen, was sie beruflich machen möchten.

Gründe dafür können eine falsche Selbstwahrnehmung, ganz nach dem Motto „Ich habe ja noch Zeit“ sein, aber auch zu wenig Erfahrung und Praxis. Wie soll ein junger Mensch eine konkrete Vorstellung von den Berufen haben, wenn nur wenige Wochen Praxis im Rahmen des Pflichtpraktikums stattfinden. In einem Beruf von hunderten. 

In Deutschland gibt es über 300 verschiedene Ausbildungsberufe, von den Möglichkeiten mit einem Studium zunächst einmal abgesehen. Doch trotzdem machen viele erst ein Praktikum, wenn Sie bereits ein Studium gewählt haben oder die Entscheidung des Berufs kurz bevor steht. Dabei sollten Sie schon viel früher Ihre beruflichen Interessen entdecken und mithilfe von Praktika in den Ferien eine Richtung erkennen, in die Sie zukünftig gehen möchten. Aber als Jugendlicher steht in den Ferien besseres an, als ein Praktikum. Später bereuhen viele junge Erwachsene Ihre Naivität und das Desinteresse am Beruf. Deshalb sollten Sie so früh wie möglich anfangen, berufliche Erfahrung mit einem Praktikum zu sammeln.

Mögliche Gründe für Probleme bei der Berufswahl:

  • Wenig Erfahrung in der beruflichen Praxis.
  • Unzureichende Reife bzw. die Entscheidung vor sich hinschieben
  • Keine Zeit zur Konkretisierung des Berufswunsches
  • Erwartungen der Eltern versus eigenen Erwartungen
  • Kein Überblick über Berufe und Möglichkeiten

Raus aus der Schule, rein ins Berufsleben

Obwohl Sie während Ihrer Schulzeit sicherlich auf Jobmessen waren und ein Praktikum absolviert haben, stehen Sie jetzt am Ende Ihrer Schullaufbahn ohne tatsächliches Ergebnis dar. Nur wenige Schüler nutzten die Gelegenheit von Jobmessen und Praktika tatsächlich, um sich damit ernsthaft für das Berufsleben zu wappnen und eine Entscheidung fürs Leben zu treffen.

Vielleicht liegt die Unsicherheit in Sachen Berufswahl nicht nur an den Schülern selbst, sondern auch das Lehrpersonal und die Schulen könnten mehr auf das Berufsleben vorbereiten und gezielt mehr Freiraum für diese Orientierungsphase gewähren. Vielen jungen Menschen bleibt kaum Zeit, sich nach der Schule ernsthaft mit der Berufswahl zu beschäftigen, sodass manchmal auch eine Fehlentscheidung getroffen wird. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie sich nicht drängen lassen und Ihre Wahl sehr gut überdenken. Um so früher Sie mit der Berufsorientierung beginnen, desto einfacher fällt Ihnen die Wahl.

In der Findungs- und Orientierungsphase kann Ihnen praktische Erfahrung im Rahmen eines Praktikums sehr gut helfen. Absolvieren Sie Praktika in verschiedenen Branchen oder in Ihrem favorisierten Beruf. Hier finden Sie aktuelle und bundesweite Praktikumsstellen aus praktikumsplatz.info.

Tipp 1: Schwächen und Stärken erkennen

Bei der Berufswahl ist es besonders wichtig, dass Sie sich Ihre Stärken und Schwächen bewusst machen. Erforschen Sie Ihre persönlichen Talente und versuchen Sie diese in einem Beruf zu finden.

Macht Ihnen Mathematik und logisches Denken überhaupt keinen Spaß, sollten Sie auch keinen Beruf wählen, der sich hauptsächlich mit diesen Gebieten beschäftigt. Haben Sie dafür ein Gespür für Wortgewandte Aussagen und Texte, sollten Sie diese Stärke für Ihren beruflichen Werdegang nutzen.

Tipp 2: Leidenschaft und Talent nutzen

Nichts ist erfüllender, als ein Beruf, den Sie mit Leidenschaft ausüben und der Ihnen Spaß bereitet. 

Sind Sie also sportlich und aktiv, ist ein Beruf mit weniger Bewegung vermutlich nichts für Sie. Doch bietet der weniger aktive Beruf kreative Herausforderungen und brennen Sie mehr für die Kreativität, müssen Sie abwägen und entscheiden welches Interessengebiet die Oberhand hat.

  • Was interessiert Sie?
  • Welche Eigenschaften und Fähigkeiten am Interessensgebiet sind Ihnen wichtig?
  • Warum lassen Sie sich dafür begeistern?

Tipp 3: Möglichkeiten offen halten

Es bietet sich an, dass Sie bereits während der Schulzeit erste Tendenzen zur Berufswahl erkennen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ausbildungsberufe und Studiengänge. Welche Berufe gibt es? Welcher Job ist gut oder schlecht bezahlt? Welche Entwicklungschancen haben Sie in den jeweiligen Branchen? 

Lassen Sie sich nicht entmutigen und versuchen Sie Ihrem Berufswunsch, Schritt für Schritt näher zu kommen. Manchmal muss der Weg nicht geradlinig verlaufen und Sie gelangen auch über Umwege zum Ziel: Das bedeutet, dass die Türen zu einem Beruf nicht zwingend für immer verschlossen bleiben. 

Tipp 3: Probieren geht über Studieren 

Sie haben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits ein Praktikum in Ihrer Schulzeit absolviert, doch dieses war wohl eher Zwang als freier Wunsch. Ergreifen Sie die Chance nach Ihrem Schulabschluss und absolvieren Sie ein Praktikum auf freiwilliger Basis in Ihrem Wunschgebiet. Nur durch praktische Erfahrung können Sie herausfinden, ob der Beruf oder die Branche wirklich etwas für Sie ist. 

Es ist zu empfehlen, dass Sie bei mehreren Arbeitgebern in derselben Branche reinschnuppern, sodass Sie einen Gesamteindruck vom Berufsfeld gewinnen und die Berufswahl nicht von einem Unternehmen abhängig machen. 

Tipp 4: Berufsperspektive prüfen

Natürlich haben Freude und Leidenschaft für einen Beruf Vorrang, doch trotzdem sollten Sie nicht die wichtigen Fakten aus den Augen verlieren. Macht Ihnen ein Beruf Spaß, sollten Sie auch prüfen, wie Ihre Aufstiegs- und Karrierechancen in diesem Beruf aussehen. Weiterhin spielt die Vergütung bei der Berufswahl eine wesentliche Rolle. Entscheiden Sie sich für einen Beruf sollten Sie immer im die berufliche Entwicklung im Blick behalten und welche Chancen Sie auf eine Weiterentwicklung und Verdienststeigerung haben. 

Tipp 5: Voraussetzungen und Bedingungen einhalten

Für einige Ausbildungen benötigen Sie einen speziellen Schulabschluss, so können Sie nicht jede beliebige Berufsausbildung mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss beginnen. Ein Studium ist oft nur mit dem Fachabi oder Abitur möglich. Deshalb können Sie bestimmte Berufe anhand deines Schulabschlusses bereits aussortieren und festlegen, welche Berufe faktisch für Sie infrage kommen. 

Haben Sie einen expliziten Berufswunsch und können Sie diesen aufgrund Ihres Abschlusses oder der Note nicht erfüllen, sollten Sie sich über mögliche Alternativen informieren. Sie können Ihr Ziel auch über Umwege erreichen: Machen Sie doch zunächst eine Ausbildung in Ihrer Wunschbranche, so können Sie möglicherweise die Chance auf ein Studium erhöhen und anschließend eines absolvieren.