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8 Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch

Anastasia Johlen am 23.01.2019
ca. 1558 Worte
ungefähre Lesezeit 5 Minuten 39 Sekunden
8 Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch
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Inhalt:
  1. Tipp 1: Eine gute Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch ist die halbe Miete
    1. Das Vorstellungsgespräch trainieren
    2. Fragen-Training für das Vorstellungsgespräch
    3. Die 10 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch:
    4. Kenntnisse über das Unternehmen
  2. Tipp 2: Organisation, Anfahrt und Kosten klären
  3. Tipp 3: Angemessene Kleidung für das Bewerbungsgespräch
  4. Tipp 4: Seien Sie höflich und zeigen Sie Humor
  5. Tipp 5: Nehmen Sie Getränke an
  6. Tipp 6: Setzen Sie Ihre Körpersprache richtig ein
  7. Tipp 7: Machen Sie sich Notizen
  8. Tipp 8: Vermeiden Sie Standard-Antworten

Herzlichen Glückwunsch: Sie haben die ersten Hürden überwunden und wurden von einem Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ihr Praktikum ist in greifbarer Nähe. Trotzdem überwiegt im Augenblick Ihr Lampenfieber vor dem Bewerbungsgespräch? Haben Sie Angst davor etwas Falsches zu machen? Keine Sorge, erfahren Sie hier, wie Sie sich auf das Vorstellungsgespräch richtig vorbereiten und welche grundlegenden Dinge Sie beachten müssen. So werden Sie einen guten ersten Eindruck hinterlasse und das persönliche Kennenlernen mit dem Praktikumsbetrieb souverän meistern.

Tipp 1: Eine gute Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch ist die halbe Miete

Vielleicht sind Sie aufgeregt, vielleicht ist Ihnen absolut unwohl zumute: Trotzdem ist eine gute Vorbereitung die wesentliche Grundlage für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Fühlen Sie sich sicher, stärkt das Ihr Selbstbewusstsein und rückt Ihr Traumpraktikum immer näher. Zu einer guten Vorbereitung gehören viele verschiedene Aspekte: So sollten Sie das Vorstellungsgespräch trainieren, die Selbstpräsentation vorbereiten und sich über das Unternehmen informieren.

Das Vorstellungsgespräch trainieren

Besonders, wenn Sie das erste Mal ein Vorstellungsgespräch haben, ist es sicherlich hilfreich, wenn Sie das Gespräch zwischen Ihnen und dem Gesprächspartner des Unternehmens konkret üben. Vielleicht kann sogar ein Familienmitglied, Freund oder Freundin den Part des Gegenübers einnehmen? Vielleicht hört es sich für Sie zunächst kindisch an, ein Rollenspiel als ernsthafte Probe anzusehen, doch es ist Ihnen wirklich wärmstens zu empfehlen und auch effektiv. Lassen Sie sich die typischen Bewerbungsfragen stellen und holen Sie sich anschließen eine ehrliche Rückmeldung ein.

Fragen-Training für das Vorstellungsgespräch

Üblicherweise beinhalten die meisten Bewerbungsgespräche denselben Kern: Bestimmte Fragen und Themenbereiche sind Standard. So können Sie sich auf die typischen Vorstellungsfragen sehr gut vorbereiten. Entweder üben Sie die Antworten für sich oder nutzen das Rollenspiel mit Freund oder Freundin. Welche Persönlichkeit haben Sie? Was sind Ihre Stärken und Ihre Schwächen?

Auch Fragen zu Ihrer Arbeitsweise, der Umgang mit Kollegen und Ihre Arbeitsmoral spielen immer wieder eine wesentliche Rolle in Vorstellungsgesprächen. Versuchen Sie die Antworten nicht auswendig zu lernen, vielmehr sollten Sie beim Beantworten der Fragen Gelassenheit und Sicherheit ausstrahlen. Mit diesen Tricks werden Sie beim Bewerbungsgespräch nicht überrumpelt, sondern wirken vorbereitet und souverän.

Die 10 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch:

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Aus welchem Grund möchten Sie Ihr Praktikum bei uns absolvieren?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Wieso sollten wir Sie als Praktikant/-in einstellen?
  • Warum denken Sie, Sie seien die richtige Besetzung für das Praktikum?
  • Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?
  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
  • Wie gehen Sie mir Problemen um?
  • Was möchten Sie in drei/fünf/zehn Jahren erreicht haben?
  • Was würden Sie gerne verdienen?

Kenntnisse über das Unternehmen

Klar, vermutlich wissen Sie einiges über das Unternehmen. Scheinbar verbirgt sich hinter dem Praktikum ein bestimmtes Interesse an dem Unternehmen, der Firma oder dem Betrieb. Dieses Interesse sollten Sie vertiefen und auch beantworten können. Mit hoher Wahrscheinlichkeit müssen Sie auch im Laufe des Bewerbungsgesprächs erklären, wie Sie dazu kommen, ein Praktikum gerade in dem Unternehmen absolvieren zu wollen. Versuchen Sie sich während der Vorbereitung auf das Gespräch auch darüber Gedanken zu machen und eine ungefähre Antwort zurechtzulegen.

Heutzutage kann Ihnen bereits ein Blick ins Internet weiterhelfen: Hat Sie ein bestimmtes Themengebiet angesprochen? Finden Sie eine Auftritt auf sozialen Plattformen, in der Zeitung oder sonst wo überzeugend? Teilen Sie mit dem Unternehmen die gleiche Motivation und Leidenschaft?

Tipp 2: Organisation, Anfahrt und Kosten klären

Nicht immer findet ein Bewerbungsgespräch in der Nähe des eigenen Wohnorts statt, so kann durchaus eine längere Anreise notwendig sein. Deshalb sollten Sie sich bereits vor einem Bewerbungsschreiben erkundigen, ob sich die Umstände in Bezug auf Anfahrt und Kosten für ein Praktikum umsetzen lassen. Möchten Sie ein Praktikum für längere Zeit in einer ganz anderen Region oder sogar im Ausland absolvieren, müssen Sie auch über Wohnraum beziehungsweise Übernachtungsmöglichkeiten nachdenken.

  • Anfahrt/Reise: Wenn Sie eine längere Anfahrt haben oder gar anreisen müssen, sollten Sie immer genügen Zeit einplanen. Ein gewisser Puffer gibt Ihnen die Möglichkeit, trotz Stau oder Verspätungen pünktlich zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Möchten Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, sollten Sie sich vorab über Anreise- und Abfahrtzeiten erkundigen.
  • Mögliche Übernachtung: Müssen Sie für das Bewerbungsgespräch möglicherweise eine längere Anfahrt auf sich nehmen, ist es sinnvoll über eine Übernachtungsmöglichkeit nachzudenken. Kennen Sie vielleicht jemanden in der Stadt? Wohnen Freunde oder Bekannte in der Nähe? Ist das nicht der Fall, sollten Sie sich ein Hotelzimmer oder ein Zimmer in einem Hostel nehmen. Die Übernachtung bietet sich besonders an, wenn Sie ein frühes Vorstellungsgespräch haben. So können Sie ohne lange Anfahrt und ausgeschlafen zum Vorstellungsgespräch erscheinen.
  • Kosten: Erkundigen Sie sich bei der Personalabteilung des Unternehmens, inwiefern mögliche Kosten für die Anreise erstattet werden. Einige Unternehmen übernehmen die anfallenden Kosten für potenzielle Arbeitnehmer und Praktikanten.

Haben Sie sich einen Überblick über die notwendigen Maßnahmen für eine reibungslose An- und Abreise gemacht, sollten Sie frühzeitig mit der Planung und Durchführung anfangen. Umso länger Sie warten, desto teurer können Hotelzimmer, Fahrttickets etc. werden.

Tipp 3: Angemessene Kleidung für das Bewerbungsgespräch

Haben Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten, sollten Sie sich über angemessene Kleidung informieren. Denken Sie dran, der erste Eindruck zählt. Und dazu zählt nicht nur der Inhalt des Gesprächs, sondern auch Ihr Erscheinungsbild. Achten Sie auf ein gepflegtes und sauberes Erscheinungsbild.

Bei Banken und Versicherungen ist der Dresscode eher schick, als lässig. Dort liegst Du mit einem Anzug oder Kostüm richtig, hingegen wird in anderen Branchen eher legere Kleidung getragen. Sie befinden sich auf der sicheren Seite, wenn Sie bei dem jeweiligen Unternehmen in der Personalabteilung nachfragen. Ansonsten gilt, lieber chic, als zu lässig.

Am besten suchen Sie sich bereits einige Tage vor dem Vorstellungsgespräch das passende Outfit zusammen. Die Kleidung sollte gebügelt und sauber sein, Ihre Schuhe geputzt. Gepflegte Fingernägel und eine ordentliche Frisur gehören ebenfalls zu einem ordentlichen Erscheinungsbild.

Tipp 4: Seien Sie höflich und zeigen Sie Humor

Auch wenn Sie vielleicht abgefertigt werden, die Empfangsdame im Unternehmen nicht wirklich freundlich ist und der Personaler kaum Zeit für Sie hat: Bleiben Sie höflich und punkten Sie mit einer guten Umgangsform. Sicherlich fällt es manchmal gar nicht so einfach, wenn einem der Gegenüber nicht dieselbe respektvolle Haltung vermittelt, doch dennoch sollten Sie freundlich und höflich bleiben. Das Stichwort ist hier Lächeln. Zeigen Sie Ihre Freude über das Vorstellungsgespräch, seien Sie aufmerksam und bleiben Sie entspannt.

Tipp 5: Nehmen Sie Getränke an

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie ein Getränk angeboten bekommen. Dieses sollten Sie immer annehmen. Entscheiden Sie sich am besten für Wasser ohne Kohlensäure, so vermeiden Sie unangenehmes Aufstoßen. Besonders, wenn man aufgeregt ist und viel Reden muss, kommt Durst auf. Deswegen lehnen Sie das Getränk zu Beginn nicht ab, auch wenn Sie noch nicht durstig sind. Zusätzlich kann ein Schluck Wasser auch hilfreich sein, um kleine Gedenkpausen geschickt zu überspielen. Fällt Ihnen nicht sofort eine passende Antwort auf eine gestellte Frage ein? Dann bleiben Sie ganz ruhig, greifen Sie zu Ihrem Glas und trinken Sie.

Tipp 6: Setzen Sie Ihre Körpersprache richtig ein

Mit unserer Körpersprache senden wir Menschen permanent bewusst und unbewusst Signale. Insbesondere Personaler achten auf die Körpersprache während eines Vorstellungsgesprächs. Vor allem Gestik, Mimik, Blickkontakt und Körperhaltung sowie Ihre Sprechweise werden genauer beachtet. Achten Sie darauf während des Gesprächs eine gerade und bequeme Position beziehungsweise Körperhaltung einzunehmen. Hängen Sie sich nicht zu lässig in einen Stuhl, aber wirken Sie auch nicht steif und verkrampft. Ein weiterer nützlicher Tipp im Zusammenhang mit der Körpersprache ist, sein Gegenüber zu spiegeln.

Spiegeln Sie Ihren Gesprächspartner

Sie sollten hierbei in keinem Fall Ihrem Gesprächspartner nachahmen und die Situation ins Lächerliche ziehen. Dennoch sollten Sie nachahmen: Das schafft im richtigen Maß Sympathie.

  • Lacht Ihr Gesprächspartner? Dann lachen Sie auch, aber nicht zu affektiert und übertrieben.
  • Beugt sich Ihr Gesprächspartner nach vorne? Dann beugen auch Sie sich nach vorne.
  • Greift Ihr Gesprächspartner zum Glas? Dann trinken Sie auch einen Schluck und nutzen Sie die eingelegte Pause.

Versuchen Sie hierbei auf keinen Fall zu übertreiben und jede Bewegung mitmachen. Denn das, kann ganz schnell nach hinten losgehen! Finden Sie ein Mittelweg, dann können Sie das Nachahmen nützlich einsetzen.

Tipp 7: Machen Sie sich Notizen

Damit Sie keinen wichtigen Punkt vergessen, dürfen und sollten Sie sich Notizen machen. Diese könnten Sie bei eigenen Fragen später aufgreifen. Zusätzlich vermitteln Sie ein ehrliches Interesse und eine strukturierte Arbeitsweise. Auch hier gilt: Finden Sie einen Mittelweg. Sie brauchen nicht jedes Wort von Ihrem Gesprächspartner aufschreiben und eine schriftliche Wiedergabe des Gespräches niederschreiben. Schreiben Sie sich vielmehr Stichworte auf, Fragen und ungeklärte Dinge.

Zusatztipp: Es kann auch hilfreich, wenn Sie sich bereits vor dem Vorstellungsgespräch wichtige Fragen notieren, die Sie unbedingt geklärt haben möchten. Das können die Arbeitszeiten, betriebliche Abläufe oder persönliche Wünsche sein.

Tipp 8: Vermeiden Sie Standard-Antworten

Natürlich lesen Sie viel über Vorstellungsgespräche, passende Antworten und ein gutes Verhalten. Aber, statt die standardmäßigen Antworten auswendig zu lernen, sollten Sie die Antworten in Bezug zu sich selbst beantworten. Personaler, Chefs und Recruiter führen regelmäßig Vorstellungsgespräche, da fällt schnell auf, wenn Sie eine auswendiggelernte Antwort präsentieren oder die typischen Antworten abliefern.

Besser ist es, wenn Sie bereits im Bewerbungsgespräch mit persönlichen und ausgefallenen Informationen und Antworten auf sich aufmerksam machen. Sie kochen gerne? Dann schreiben Sie nicht einfach als Hobby „Kochen“, sondern spezifizieren Sie den Bereich, die Art der Küche oder Ihre Leidenschaft für vegetarische Speisen. Machen Sie regelmäßig und mit viel Spaß Sport? Dann schreiben Sie nicht nur einfach „Sport“ bei den Freizeitaktivitäten hin, sondern benennen Sie die konkrete Sportart. Eventuell kann der Personaler an diese Punkte anknüpfen und es entwickelt sich ein Small Talk.